Der Umgang mit den Gästen

Als Fotograf komme ich als unbekannte Person in eine Gruppe. Ich habe das Ziel, schöne Bilder zu machen. Für das Brautpaar und für die Gäste – dafür wurde ich ausgewählt und gebucht.

Viele der Gäste wollen auch Fotos machen. Sei es mit dem Handy oder mit einer besseren Kamera. Bei der letzen Hochzeit war sogar einer mit einer Actioncam am Stick dabei.

Ein Problem? Jain. Ich sage dem Brautpaar im Vorfeld, dass sie ihren Gästen sagen, dass ich bei der Trauung der Einzige bin, der Fotos macht. Wieso? Weil es einfach nicht schön aussieht, wenn ich Fotos mache und ein anderen steht im Hintergrund und fotografiert.

Bei anderen Fotos nehme ich keine Rücksicht, auch wenn ich jemanden im Weg stehe, der auch gerade ein Foto machen will. Ich bin als Fotograf gebucht, also erwartet man von mir auch geile Bilder.

Das Wetter ist egal

Das perfekte Wetter für einen Fotografen ist trocken, leicht bewölkt und ungefähr 20°C.
Leicht bewölkt deshalb, weil hartes Sonnenlicht auch harte Schatten macht. Im Gesicht sind solche Schatten sehr unschön und die fotografierte Person hat Mühe, unverkrampft zu schauen.

Mir ist das Wetter prinzipiell egal. Ich weiß jedes Wetter zu meinem Vorteil zu nutzen.

Hartes Licht und harte Schatten? Dann werden die Personen in den Schatten gestellt oder die Sonne in den Rücken, von vorne aufgehellt oder ich baue den Schatten als Element in das Foto ein.

Regen und sehr wenig Licht? Dann schalte ich auf schwarzweiß, habe einen schönen Schirm dabei oder nehme eine Lichterkette.

Schwierigkeiten sind für mich der Anspruch, kreativ zu werden.

Überlegungen im Vorfeld

Was mache ich, wenn XYZ passiert?

Z.B. gibt die Location nicht viel her? Dann schaue ich im Vorfeld, was es in der Umgebung gibt. Dann hilft mir zum einen meine Erfahrung und zum anderen Google Maps. Dank Satellitensicht finde ich interessante Spots.

Bei der Technik gehe ich immer vom Schlimmsten aus. Etwas versagt oder  geht kaputt. Also für jeden Fall vorbereitet sein. Ich nehme mehrere Kameras mit und bin auch allgemein für jegliche Eventualität vorbereitet.

Und ja, es gehört auch dazu, ein paar Minuten eher da zu sein. Ich studiere den Trauungsraum und überlege, wie ich ihn am besten fotografiere. Die Standesbeamtin (seltsam, bislang hatte ich ausschließlich Frauen – bei einer kirchlichen Hochzeit nur Männer) hat mir auch jeder immer freien Raum gelassen. Keine Einschränkungen. Und deswegen habe ich auch keine Scheu, mich so zu bewegen, dass ich meine Bildideen umsetzen kann.

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