Celina nahm per Email Kontakt mit mir auf “Mein Name ist Celina M. und ich bin gerade auf Ihre Instagram Seite gestoßen und war sehr von Ihren Aufnahmen fasziniert.”

Was natürlich immer eine Frage des Respekts ist: die Anrede mit “Sie”. Das gefiel mir schonmal und weil sie mich auch über Email und nicht über Instagram angeschrieben hat. Wer sich diese Mühe macht, hat auch schonmal ernstere Absichten.

Ich wechsle früher oder später aber sowieso zum “Du”, weil Fotografie als Kunst ein emotionaler Prozess ist. (Businessbilder wie z.B. bei der Volksbank bleiben selbstverständlich auf der “Sie” Ebene). Und gerade Pärchenbilder, wo es um tiefe Gefühle geht, verlangen einfach, dass man auf die persönliche Ebene wechselt.

Nachdem ich Celina alles erklärt hatte, machten wir einen Termin aus. Sie wollte mit ihrem Partner ein kleines Studioshooting machen.

Wir hatten es an einem Sonntag 10 Uhr geplant. Samstag 10 Uhr wurde ich plötzlich von meiner Frau geweckt, dass ein Pärchen vor der Tür steht. Es waren Celina und ihr Freund. Sie hatte sich im Tag geirrt, was sie beim Blick auf den Kalender selber feststellte. Da ich aber keine anderen Termine hatte, schickte ich die Beiden nicht fort, sondern stand zehn Minuten später im Studio. Celina war es unendlich peinlich, aber ich habe ihr versichert, dass es nicht schlimm ist. Ihr Freund Benny war auch sympatisch und so gingen wir gleich in das Shooting über, welches immer mit einer “Kleiderschau” bei mir startet. Bei den beiden allerdings nicht, weil sie hatten nur das Outfit, was sie gerade an hatten. Also kein Outfitwechsel diesmal.

zum Warm werden

Am einfachsten ist immer eine weiße Wand. Da gibt es nur wenig zu beachten. Weil Schlagschatten meistens nicht schön aussehen, muss man hier mit sehr weichen Licht arbeiten und dementsprechenden Abstand. Ich lasse nach den ersten Bildern gerne meine Models sich an die Wand lehnen. Eine Wand, wie auch ein Gegenstand geben Halt und damit Sicherheit. Das Posen fällt einfacher. Ich nenne mein Lichtsetup in dem Fall immer “Glamour Light”. Es ist das typische Licht, wo man kaum Schatten sieht und was man von diversen Coverfotos kennt.

Bei dem Bild habe ich die Beiden gebeten, in die Kamera zu schauen, weil es mich an ein Fashionbild erinnert hat.

paarshooting fotograf leipzig

Schattenwand

Die Schattenwand besteht aus einem grauen Anstrich. Dieser ist prima dafür geeignet, sowohl einen dunklen Hintergrund zu schaffen, als auch stimmungsvolle Schatten zuzulassen (was mit weißen oder schwarzen Hintergrund in der Form nicht ginge).

Posen

Beim Posen spielen die Hände eine große Rolle. Wenn die Hand des Mannes in die Taille der Frau drückt, kommt automatisch die Rückenlinie besser zur Geltung (1. Bild).

Die Hand bestimmend in den Haaren ist von außen anzusetzen und dann leicht hochzuschieben. In echt würde man einfach reingreifen, aber dann fallen die Haare über die Hände, was man auf einem Foto nicht sehen würde. (Bild 2)

Der Arm des Mannes rahmt die Frau optisch ein und befindet sich leicht unter oder auf dem Schulterblatt. Es ist wie beim Tanzen: der Mann gewinnt die Kontrolle und kann sie festhalten und führen. Abseits vom Foto: Frauen wollen festgehalten werden 😉

Im Liegen oder Sitzen

Im Studio gibt es zwei unterschiedliche Böden. Dunkel und hell. Der dunkle Boden hat sich für warme Farbtöne bewährt.

Die Herausforderung bei Liegebildern ist, dass das Licht so positioniert werden muss, dass es beide schön ausleuchtet und der Fotograf nicht selber Schatten wirft. Dank Klappdisplay an meiner Kamera kann ich auch komplizierte Blickwinkel umsetzen. Manchmal muss man sich auch breitbeinig über das Pärchen stellen, um einen möglichst hohen Blickwinkel zu erreichen.

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