Meine Gedanken zum Film: 365 Tage

Ich sah den Trailer bei Netflix und fand ihn interessant. Dann sah ich, dass er ziemlich beliebt ist und meine Frau meinte auch, dass der Anfang ganz gut ist. Nur dann lässt er nach.
Also habe ich ihn mal gestartet und nebenbei (während ich Bilder bearbeitet habe) laufen lassen.

Es ging schon damit los, dass ich beim Hauptcharater mir dachte: “Gähn, da sind ja alle optischen Klischees erfüllt: Italiener (Südländer), groß, markante Gesichtszüge, Dreitagebart, trainiert aber nicht zu viel, schwarze Haare, leichte Oberkörperbehaarung. Nur die blauen Augen fehlen noch…”
Bei der Hauptdarstellerin war mein erster Gedanke: “Sehr hübsch, auch perfekte Figur und naja … in meinen Augen ziemlich oberflächlich.”

Der Film ist storytechnisch totaler Blödsinn und unlogisch hoch 10. Bei den Dialogen habe ich mich durchweg fremdgeschämt.
Z.B. (Achtung Spoiler): Sie sitzen am Tisch und er bittet sie darum, dass sie ihm beibringt, sanft zu ihr zu sein. Im Vorfeld war er grob zu ihr, was sie ihm vorwarf. Die Ausgangslage fand ich eigentlich ganz spannend, denn sein erklärtes Ziel war ja, dass sie sich in ihn verlieben soll. Dann aber kurz darauf wird er wieder grob und sie findet es offensichtlich scharf. Das Machogehabe macht sie an. (Nebenbei: Der Film suggeriert, dass Liebe durch Unterwerfung und groben Sex entstehen kann.)

Jetzt kommt meine Erfahrung: Das ist auch in der Realität so! Viele Frauen stehen auf Machotypen! Macho = Alpha = Sexy
Und das muss sich vor allem in der Optik widerspiegeln. Das fängt schon bei der Körpergröße an: Wie viele Frauen sind bereit, sich einen Mann zu nehmen, der kleiner als sie ist?
Was ist sexyer: Uniform oder Arztkittel?

Woher ich meine Erfahrung habe? Weil ich ne Zeit lang Pärchen zusammen gepuzzelt habe, um mit denen Shootings zu machen. Ich stellte jedes Mal fest, dass ein gewisser Männertyp überdurchschnittlich ankommt. “Normalos” wurden sehr oft abgelehnt – egal, wie sympatisch, intelligent oder tüchtig sie zu sein schienen.

Ich würde behaupten, wenn “365 Tage” nicht so einen heißen Hauptdarsteller hätte, sondern einen optischen Durchschnittstypen, hätte er bei weitem nicht den Erfolg. So ist es ein kopfmäßiger Dummdödel – aber hey, er sieht echt heiß aus!
Das ist im Übrigen der selbe Grund, wieso ich den “Bachelor” nicht lange anschauen kann. Klar sehen die alle toll aus, aber die Gespräche sind doch unterirdisch oder!?

Wo ich gerade so nachdenke: Ich habe noch keinen Mann getroffen, der den “Bachelor” überzeugt geschaut hat. Ist wohl ne typische Frauendomäne. Genau wie Sex and the City und Dirty Dancing. Dirty Dancing…..naaa fällt was auf??? MACHOOOOO

Ach und bei meinen Bildern ist es auch unverkennbar: Kuschelbilder kommen bei Instagram nicht so gut an wie Dominanzbilder. (Ist für mich aber kein Grund, nur letzteres zu machen, denn ich will meinen Pärchen ja viel Abwechslung bieten.)

Wieso mich das Thema beschäftigt? Weil ich nicht verstehe, wie #MeToo und der Erfolg von solchen Filmen zusammen passen. “365 Tage” ist bei den Kritikern übrigens gnadenlos durchgefallen…

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