Vorbereitung

Mit Leah hatte ich schon einige Soloshootings und sie zählt auch zu meinen Stammmodels. Sie sprach mit ihrem Freund, welcher auch Lust auf ein Pärchenshooting hatte. Also begannen die Organisationen. Im Grunde heißt das, dass wir uns überlegten, wo und wir shooten wollen und danach die Outfits auszusuchen. Das Shooting sollte in den Abendstunden stattfinden. Also mit Sonnenuntergang. Es sollte eine Mischung aus Natur und Architektur werden. Leah schlug das Völkerschlachtdenkmal vor, weil es dort schöne Treppen und Baumalleen gibt.

Die Outfits

Ich hatte mit Leah ihm Vorfeld besprochen, dass wir was mit einem romantischen Kleid und was mit einem normalen, sexy Outfit machen wollen. Leah hatte zusätzlich noch ein paar andere Sachen mit. Ein schwarzes Minikleid und etwas sommerliches.

Erstes Set zum locker werden.

Die Wand diente zum warm werden und für die ersten Posen. Ich erklärte beiden, was mir wichtig ist. Z.B. dass die Frau immer im Hohlkreuz dasteht und bei romantischen Bildern der Blick in die Kamera die Ausnahme bleibt. Die Verlieben sollen sich auf sich konzentrieren. Flirten, schmachten, zärtlich sein.
Küssen findet ohne Zunge statt und nur mit den Lippen. Mit Zunge sieht es nämlich schlicht nicht schön aus. Ebenso Schmatzküsse, wo die Lippen nach vorne gestreckt werden.
Da Christoph ein weißes T-Shirt trug und auch muskulös ist, musste er von Leah verdeckt werden, weil er sonst schlicht optisch zu dominant gewirkt hätte.

Zu dem Zeitpunkt, war am Völkerschlachtdenkmal eine große Baustelle und um den See der Tränen ein Bauzaun errichtet. Ich fand, gerade mit Casualoutfits (also gewöhnliche Sachen) würde der sogar als Kulisse funktionieren. Leah warf mir einen skeptischen Blick zu, aber ein “hey, vertrau mir!” konnte sie überzeugen. Das Bild würde zwar auch ohne den Bauzaun gut aussehen, aber ich mag es, wenn Details ein Bild zu etwas Besonderen machen. Eine Spinnenwebe habe ich aber entfernt, die war durch das Sonnengegenlicht sehr auffällig und hätte das Bild gestört.

Die anderen Bilder sind schlicht an der Wand entstanden und ich fand das Spiel mit dem Schatten sehr interessant. Bis die Pose hierzu passte, dass auch der Schatten gut aussieht, war einiges an “Justieren” nötig.

Outfitwechsel Set 2

Weiter ging es auf die Treppe, die zum Haupteingang des Denkmals führt. Hier war wichtig, dass das Kleid schön fällt und Leah´s lange Beine gut zur Geltung kommen. Den kleinen Schlüpferblitzer habe ich bei der Szene zwar später korrigiert, allerdings wirkte dieses Bild hier am schönsten. Retuschieren wollte ich ihn nicht und so bleibt er ein kleines, sexy Detail 😉
Weil ich das Bild auf Augenhöhe machen wollte, aber mir die Treppen nicht die Möglichkeit gegeben haben, nutzte ich das Klappdisplay meiner Kamera aus (Panasonic G9 in Verbindung mit dem Sigma 16mm Objektiv) und machte das Foto, indem ich sie über meinen Kopf hielt.

paarshooting fotograf leipzig

Gegenlicht

Dieses Set war besonders schwierig, weil die Sonne sehr hell von hinten schien, aber nicht so sehr, dass das Pärchen gut beleuchtet war. In so einem Fall helle ich von vorne auf. Ich arbeite hier immer mit einem Blitz. Reflektoren mag ich nicht, weil sie 1. sehr schwierig zu händeln sind (man braucht einen Assistenten, ansonsten wird es zu schwierig) und 2. sie immer die Models blenden, was sehr unangenehm ist. Bis ich bei dem Set mit der Lichteinrichtung und dem Blickwinkel zufrieden war, dauerte es seine Zeit.

Eine Tragepose ist generell jedes Mal eine Herausforderung. Auf sehr viele Dinge ist zu achten. Die Haltung muss schön und leicht aussehen. Die Kleidung muss richtig fallen. Gerade bei Kleidern, die naturgemäß nach unten fallen, muss man aufpassen, denn der viele Stoff wirkt schnell unvorteilhaft und trägt auf. Somit muss der Mann darauf achten, wie seine Hände positioniert sind. Das führt dazu, dass selbst der stärkste Mann mit der leichtesten Frau an seine Grenzen kommt.

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Outfitwechsel – das kleine Schwarze

Bei dem ersten Bild, der Hebefigur (auch herausfordernd, aber leichter umzusetzen als die Tragepose) kam ebenso mein Blitz zum Einsatz. Die anderen beiden Bilder sind nur durch das Sonnenlicht entstanden. Hierbei muss man die Schatten im Gesicht beachten. Diese können je nach Sonnenstand sehr unschön aussehen, so dass die Gesichter gedreht werden müssen. Eine knallige Sonne von oben bewirkt einen harten Nasenschatten zwischen Nase und Oberlippe, was dann unter Umständen an ein Bärtchen erinnert.

Letzter Outfitwechsel

Die Sonne war weg und der Himmel glühte nur noch. Wieder kam mein Blitz zum Einsatz und ich ließ die Beiden auf einer hohen Mauer posieren, um den Sonnenuntergang einzufangen.

Und als die Sonne dann gänzlich weg war und nur noch ein Hauch von Licht, schaltete ich die Kamera auf Schwarzweiß und machte die letzten Bilder mit einer hohen ISO Einstellung. Somit wurde das Licht bis zur letzten Minute ausgenutzt.

Lustige Anekdote

Während wir so shooteten, drehte eine Joggerin ihre Runden. Sie nutzte die Treppen für Treppenläufe. Tolle Figur, lange blonde Haare – man musste als Mann einfach hingucken 😉
So auch Christoph, was Leah aber bemerkte. Was folgte, war eine (gespielte) Eifersuchtsszene, die sich noch steigerte, als die Joggerin erneut vorbei kam und Christoph anschaute. Dieses lustige Outtakebild ist dabei entstanden.

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