Selbstbewusstsein trainieren – wie ich meins bekommen habe.

Wie ich inzwischen festgestellt habe, ist das Selbstvertrauen bei sehr vielen die Hauptursache, wieso sie sich nicht gerne fotografieren lassen wollen. Oder sie wollen es zwar wirklich gerne, aber bekommen es dann doch mit der Angst zu tun und machen einen Rückzieher. Dabei bemühe ich mich, so transparent wie möglich zu sein. Ich zeige Videos, ich erläutere alles und natürlich bequatsche ich mit meinen Pärchen alles.

Ich möchte dir erst meine Tipps und Erfahrungen verraten und danach erzählen, wie ich zu meinem Selbstbewusstsein gekommen bin!

Hier sind meine Tipps, wie du dein Selbstbewusstsein für ein Shooting stärken kannst. Die Tipps gehen auch abgewandelt, ab ich will es auf mein Gebiet beziehen.

  1. Tipp: Sich verpflichten! Nicht sagen: “später vielleicht” oder “wenn ich trainiert habe” , sondern sich das Ziel stecken und zwar so, dass es weh tut, wenn man es nicht erreichen würde. Einfach ausgedrückt: Termin suchen und buchen! Wenn man bis dahin noch etwas an sich arbeiten möchte, hat man dann ein konkretes Ziel! Auch wenn sich Deadlines im ersten Moment fies anfühlen, sind sie ein wertvolles Hilfsmittel. Es setzt ungeahnte Energien frei.
  2. Tipp: Über Ängste und Sorgen reden! Das kennen insbesondere die Frauen. Sie reden viel lieber über ihrer Gefühle als Männer. Und ich finde das gut, wenn ich über Ängste und Sorgen erfahre. Denn nur so kann ich darauf eingehen. Wenn nur eine Ausrede vorgebracht wird oder noch schlimmer, mir nicht mehr geantwortet wird, habe ich keine Chance.
  3. Tipp: Sich das schlimmste Szenario vorstellen! Was könnte im schlimmsten Fall passieren?
    Mir wurde schon oft gesagt, dass man nicht gut aussehen könnte. Die Pärchen auf meinen Fotos sehen immer so toll aus. Ja klar – das ist auch mein Job! Deshalb rede ich im Vorfeld viel mit euch, suche gemeinsam die Outfits aus und überlege dann, was am Besten zu euch passt.
    Das Wetter passt nicht. Man wird krank. Auf der Nase wächst ein Riesenpickel. Na dann verschieben wir einfach! Bei dem Pickel könnte es aber auch Photoshop richten 😉
    Man stellt sich beim Posen dusslig an. Na logisch! Wenn man keine Erfahrung hat, woher soll man denn wissen, was gut aussieht? Deswegen bin ich auch stolz auf meine Anleitungen.
  4. Tipp: Das schönste Szenario visualisieren! Wenn der Urlaub vor der Tür steht, stellt man sich alles total toll vor. Perfektes Wetter, perfektes Essen, perfekte Zeit. Wie man mit seinem Schatz romantisch am Strand spazieren geht… Würdest du dir vorstellen, wie du in dem Moment stolperst oder in eine Glasscherbe trittst? Nein? Siehst du 😉
    Meine Shootings kann man auch mit einen kleinen Urlauben vergleichen. Ihr habt eine schöne, romantische Zeit miteinander – die Fotos zum Schluss sind dann noch das i-Tüpfelchen!
  5. Tipp: Zeit und Geduld mitbringen! Alles was Kreativität verlangt, braucht Geduld! Klar manches funktioniert aus Erfahrung, aber vieles ist Neuland und funktioniert nicht auf Anhieb. Bei vielen Posen, weiß ich, wie sie funktionieren – aber sie funktionierten auch nicht bei jedem. Ich stehe dann manchmal auch da und überlege, wie ich es hinbekomme. Man muss sich nur sicher sein, dass man es hinbekommt und das ist immer der Fall, wenn man dran bleibt und sich Zeit lässt!
  6. Tipp: Einfach anfangen, der Rest kommt von alleine! Es bringt nichts, aber auch gar nichts, zu grübeln. Grübeln ist nämlich der Inbegriff des “sich im Kreis drehen”. Es ist pure Zeitverschwendung. Das Anfangen ist viel wertvoller!
    Und es ist egal, ob es gelingt oder nicht, man gewinnt auf jeden Fall. Was ist der Gewinn? GEWISSHEIT! Wenn ich etwas festgestellt habe: Es gibt nichts Schlimmeres als Ungewissheit! Sehr krasses Beispiel, um es zu verdeutlichen: Es ist ein sehr großer emotionaler Unterschied, ob das eigene Kind vermisst oder tot ist!

Ich bin sehr offen und kommunikativ. Wenn du mit mir quatschen willst, dann nur zu 😉
Ansonsten würde ich jetzt mal erzählen, wie ich zu meinem Selbstbewusstsein gekommen bin – also quasi meine Stationen.

Wie bin ich zu meinem Selbstbewusstsein gekommen?

Wenn ich eine Idee habe, kommt mir nicht in den Sinn “ob” sondern “wie”.
Mit jedem Erfolg wächst das Selbstbewusstsein, mit jeder Niederlage lernt es dazu.

Meine erste Eroberung

Im Grunde ist mir einfach nur klar geworden, dass ich nur etwas bekommen kann, wenn ich es auch versuche zu bekommen. Klingt zwar banal, aber ist so. Ich wollte mal ein Mädchen haben (ich war damals 16) und mir war klar, dass ich sie nur bekomme, wenn ich sie anspreche und nach einem Date frage. Bei sowas hat man quasi eine 50/50 Chance. Entweder sie sagt ja oder nein. Sie hat nein gesagt, weil sie angeblich bereits einen Freund hatte. War zwar auf der einen Seite ernüchternd, auf der anderen Seite aber eine gute Übung. Ich habe mich meiner Angst gestellt und gelernt: Selbst wenn ich versage, dreht sich die Welt weiter.
Beim nächsten Mal (anderes Mädchen) war ich zwar immer noch angespannter, aber dennoch lockerer. Et voila, diesmal sagte sie ja und wurde dann auch meine erste, richtige Freundin.

Das Gedicht

Wenn es mehrere Wahlmöglichkeiten gibt, wähle ich immer die, die nicht Standard ist. Selbst wenn – oder besonders dann, wenn sie eine größere Herausforderung darstellt. Damals mussten wir z.B. in der Schule ein Gedicht auswendig lernen und konnten aus zwei Gedichten wählen: Der Zauberlehrling oder Die Bürgschaft. Zwei sehr lange Gedichte. Der Zauberlehrling hatte (wenn ich mich recht entsinne) 12 Strophen – Die Bürgschaft doppelt so viele. Alle aus der Klasse wählten – rate mal! Ich wollte aber das Besondere, was nicht die anderen auch machen. Also nahm ich als Einziger die Bürgschaft. Wir mussten uns entscheiden und es gab eine Deadline.
Aus dem Erlebnis habe ich gelernt, dass andere es nicht nur anerkennen, wenn man etwa Besonderes schafft, sondern es reicht schon, wenn man den Arsch in der Hose hat, etwas Besonderes zu versuchen!
Ich kann mich noch erinnern, dass ich es weder gut aufgesagt und auch eine Strophe vergessen habe. Aber hey, es gab trotzdem Applaus und 15 Punkte!

Die Achterbahn

Wenige Jahre später sollten wir eine Projektaufgabe erarbeiten (technisches Gymnasium). Es stand uns frei, ob wir im Team oder alleine arbeiten. Und das Thema stand uns auch frei. Es musste nur etwas technisches gebaut werden.
Mir kam meine Idee spontan auf dem Klo (kennt wohl jeder kreative Kopf ;-)) Eine Kugelbahn! Kurze Zeit später: Wieso nur eine Kugelbahn – ich baue gleich eine Achterbahn. Meine Lehrer: “Ähm, sicher? Hast du dir schon überlegt, wie du das anstellen willst?” Ich: “Nö, ich fange einfach an… Habe ja ein Jahr Zeit!”
Also habe ich losgelegt, habe mir alles beibringen lassen, was ich benötigte – Schweißen, Fräsen usw.
Gleichzeitig halft mir die Arbeit auch über die Trennung von meiner Freundin (siehe oben) hinwegzukommen.

Auch so eine Erfahrung: Bei Sorgen, nicht grübeln, sondern den Gedanken einfach eine andere Aufgabe geben!

Es war ein Jahr voller Schweiß, Blut und Tränen und das ist wahr! Ich habe mich ein paar Mal verletzt und nicht nur einmal geheult, weil ich an einem Problem nicht weiter gekommen bin oder die Zeit drängte. Aber es gab nichts geileres, wenn das Problem dann gelöst war. Ob ich meinen Traum umgesetzt habe? Hier ist das Beweisvideo aus der Sendung Außenseiter, Spitzenreiter:

Tae Kwon Do Meister

Auch sportlich konnte ich einiges an Erfahrungen sammeln und dadurch mein Selbstbewusstsein stärken. Ich fing im Alter von 13 in einer Tae Kwon Do Schule an und wurde zum Liebling meines Meisters. Um es kurz zusammen zu fassen: Ich gewann Turniere, wurde selber Trainer, erlangte den 2. DAN (zweiter Meistergrad schwarzer Gürtel) … und hörte 2015 damit auf, weil ich irgendwie was anderes machen wollte.

Anleitung

Auch hier merkte ich, wie es mir Spaß machte, meinen Schülern eine Technik beizubringen. Und auch heute ist es so. Während am Anfang noch alles ungewohnt ist, stelle ich jedes Mal fest, dass die Pärchen sich meine Ratschläge aneignen und plötzlich von selber eine tolle Pose einnehmen.

(John) Alex der Musikproduzent

Ich habe viele, viele Jahr Musik gemacht. Songs geschrieben, produziert und Auftritte organisiert. Ein Label gegründet… Leider musste ich feststellen, dass man nicht weit kommt, wenn man sich nicht den Großen unterwirft. Große Erfolge blieben mir verwährt, aber dennoch kann ich auf viele tolle Arbeiten zurück schauen:

Das Spinnenvideo

Ich habe panische Angst davon, Spinnen anzufassen – aber umso cooler war die Idee, eine Vogelspinne für ein Musikvideo einzusetzen. Das Video habe ich in meinem Wohnzimmer gedreht und dazu eine Tierfilm – Agentur engagiert.
PS: Mir fällt gerade auf, wie oft ich das Outfit bereits meinen Models angezogen habe 😀

Mein größter Erfolg

und auch meine beste Freundin: Swetlana
Gemeinsam haben wir X wundervollen Momente gehabt (und haben sie noch heute). Wir waren auch gemeinsam bei DSDS, aber dort spielten andere Faktoren eine Rolle – egal war eine Erfahrung, auf die ich stolz bin.
Wenn ich darauf zurück blicke – auf dieses Gefühl, als meine Sängerin, meine Songs interpretierte und die Leute dazu abgingen…

Musik und Model

Hier nahm die Arbeit mit Models ihren Anlauf. Ich hatte Lust, Schönheit, Fashion und Musik zu kombinieren. Also buchte ich Jessica Kalbitz, mietete mich in die Oper ein, bestellte meine Stammvisagistin und überredete den Leipziger Modedesigner Andreas Trommler, uns ausgewählte Stücke zur Verfügung zu stellen.
PS: Zu Musikzeiten war mein Pseudonym John Alex und mein Label nannte ich Sensual Media

Shooting Date

Nachdem ich viele Soloshootings gemacht hatte, reizten mich Paarshootings. Wenn es nicht nur darum geht, Schönheit festzuhalten, sondern Gefühle einzufangen. Also fing ich mit der Paarfotografie an. Und dann hatte ich irgendwann die Eingebung, dass man doch einfach mal zwei Singles fotografieren könnte. Also zwei Singles tun so, als wären sie ein Pärchen.
Die Idee kam ziemlich gut an – geboren war eine neue Geschäftsidee.
Allerdings gab einen Faktor, mit dem ich auf die Dauer nicht klar kam: Oberflächlichkeit und Unzuverlässigkeit waren sehr dominant bei den Teilnehmern ausgeprägt, wie ich feststellen musste.
ABER es gab ein Pärchen, wo es perfekt funktioniert hat. Die Beiden haben sich bei mir kennengelernt und sich bei dem erotischen Shooting ineinander verliebt. Inzwischen wohnen sie zusammen und sind verlobt.

Neues Projekt 2020 – mein eigenes Gewächshaus

Ich überlege mir immer wieder, wie ich meinen Pärchen was Neues anbieten kann. Das ist nicht immer einfach. Mein Studio habe ich letztes Jahr umgebaut, um neue Möglichkeiten zu schaffen.
Dieses Jahr hatte ich die Idee, ein Gewächshaus mit romantischer Beleuchtung etc. zu bauen. Platz dafür haben wir im eigenen Garten. Es soll richtig groß werden und einem botanischen Garten gleichen (weil ich auch eine Liebe zur Botanik entwickelt habe).
Als ich meiner Familie von meiner Idee erzählte, kamen ihnen selber gleich Vorstellungen. Das ist auch etwas, für was ich meine Familie liebe: Sie zweifeln nicht an mir, weil sie wissen, dass ich etwas durchziehe, wenn ich es mir vorgenommen habe. Es zählt nicht das ob, sondern das wie.

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